Hochschulwahlen 2019

Am 25.06. und 26.06.2019 finden an der Universität Augsburg wieder Wahlen für den Studentischen Konvent und die Erweiterte Universitätsleitung (EULe) statt.

SDS Wahlprogramm 2019

Wir sind der Sozialistisch-Demokratische Studierendenverband (SDS) an der Universität Augsburg und begreifen uns als emanzipatorisch, antifaschistisch und feministisch.
Als Hochschulgruppe stellen wir uns gegen jeden Antisemitismus, Rassismus, Sexismus, Homophobie und alle anderen Formen von Diskriminierung und Menschenfeindlichkeit. Wir kämpfen für eine sozial gerechte und solidarische Welt – an der Uni und darüber hinaus.

Hier findet ihr 11 Gründe, den SDS zu wählen!

1. Uni demokratisieren!

Wir setzen uns dafür ein, dass Demokratie an der Universität großgeschrieben wird. Studierende haben ein Recht auf gleichwertige Mitbestimmung. Wir fordern ein echtes Mitspracherecht des Studentischen Konvents und auch die Interessenvertretung der Studierenden in der Erweiterten Universitätsleitung muss gestärkt werden: Von 23 Mitgliedern der EULe sind lediglich 2 Mitglieder aus der Gruppe der Studierenden vorgesehen. Das muss sich ändern!
Zudem sollen alle Menschen die Chance auf universitäre Bildung haben: der SDS macht sich daher für die ’soziale Öffnung‘ der Hochschulen stark: ob man aus einer Akademiker-Familie oder einer Nicht-Akademiker Familie kommt, darf nicht der entscheidende Faktor über die eigene Zukunft sein.
Um eine starke und autonome Interessensvertretung der Studierenden zu ermöglichen, fordern wir außerdem, dass auch die Studierendenschaften in Bayern gesetzlich verankert und als „Verfasste Studierendenschaften“ anerkannt werden.

2. Für bessere Mobilität!

 Wir kämpfen für ein kostenfreies, solidarisches Semesterticket, das nicht nur in einem Teil der Stadt Augsburg gilt, sondern deutlich weiter. So kann garantiert werden, dass die Studierenden, die außerhalb von Augsburg wohnen unabhängig vom Geldbeutel am Uni- und Stadtleben teilhaben können. Des Weiteren müssen wir angesichts des Klimawandels dringend den Verkehr von der Straße auf die Schiene und in die Busse bringen. Die Stärkung des ÖPNV bedeutet eine Entlastung der Umwelt, weshalb wir langfristig hin zu einem kostenfreien öffentlichen Nahverkehr für alle wollen.

3. Für eine Uni für alle!

Um die Uni für alle lebenswerter zu machen, muss in verschiedenen Bereichen nachgebessert werden. Das vegane Angebot sollte erweitert und besser gekennzeichnet werden. Geflüchteten muss der Zugang an die Universität erleichtert werden. Inklusion und Integration müssen viel stärker vorangetrieben und finanziert werden. Zudem braucht es mehr Raum für Selbstorganisation der Studierenden und damit mehr Freiräume. Ein positives Beispiel ist der „Zwischenraum“ gegenüber der Alten Cafete. Mehr davon!

4. Arbeitskampf an die Uni!

Wir wollen gute und sichere Arbeitsbedingungen für Wissenschaftlerinnen
und Wissenschaftler auf allen Karrierestufen. Prekäre Beschäftigung an der
Uni muss durch reguläre ersetzt werden.
Kurz- und Kettenverträge sind an den Hochschulen und Forschungseinrichtungen
zur Normalität geworden. Ein immer größer werdender Teil der
Lehre wird von Lehrbeauftragten gemacht, denen die Hochschulen keinerlei
soziale Absicherung bieten – und oft nur einen Dumping-Lohn zahlen. Viele
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verzichten trotz Kinderwunsch
auf eine Familiengründung, nur weil ihnen berechenbare Berufsperspektiven
fehlen. Das muss sich ändern!
Studentische Beschäftigte müssen tariflich gerecht entlohnt werden, denn auch sie leisten einen wichtigen Beitrag innerhalb unserer Universität. Arbeitnehmer*innenrechte gelten auch für Studierende! Berlin macht’s vor: Wenn Studis streiken, steht die Uni still. Wir wollen Studierende dabei unterstützen, für ihre Rechte zu kämpfen.

5. Für soziale Sicherheit!

Immer mehr junge Menschen entscheiden sich für ein Studium, müssen sich dabei aber auch um ihre Existenz sorgen. Leider erreicht das BAföG heute nur noch eine kleine Minderheit aller Studierenden. Zum Leben reicht es vorne und hinten nicht, während die Mieten in den Hochschulstädten explodieren. Wir fordern ein BAföG, das existenzsichernd, rückzahlungsfrei und elternunabhängig ist. Jeder Mensch, der studieren will, soll auch studieren können – unabhängig vom Geldbeutel der Eltern und ohne Zwang zum Nebenjob.

6. Für Lernen ohne Zwang!

„Chuck Norris schafft den Bachelor in Regelstudienzeit.“
Die Studierenden sollen selbst entscheiden, was sie lernen wollen, wann sie lernen wollen und wie sie lernen wollen. Deshalb müssen die Regelstudienzeit, der Numerus Clausus (NC) und die Anwesenheitspflicht abgeschafft werden!
Während eine reduzierte Prüfungsdichte zu einem selbstbestimmteren und stressfreieren Bachelorstudium verhelfen soll, müssen auch die Zugangshürden zu Masterstudiengängen abgebaut werden, damit jede*r die Chance hat, sich noch tiefgreifender weiterzubilden.

7. Bezahlbarer Wohnraum für alle!

Patrizia und Co. enteignen!
Bei den Mietsteigerungen liegt Augsburg nach Berlin bundesweit an der
Spitze. Der Bestand an Sozialwohnungen sinkt seit 25 Jahren kontinuierlich.
Hatte die Stadt 1994 noch fast 17.000 Sozialwohnungen, waren das
im Jahr 2019 nur noch etwa 8.200 Wohnungen. Immer öfter wird in Augsburg die
Schallmauer von 10 Euro pro Quadratmeter Kaltmiete durchbrochen. Auch
das Umland ist betroffen. Aber das ist kein Naturgesetz, sondern Ergebnis
von falscher Politik: Der soziale Wohnungsbau wurde ausgetrocknet und
der Spekulation mit Wohnraum keine Grenzen gesetzt. Die Folgen spüren
immer mehr Menschen, besonders auch Studierende. Sie müssen immer
mehr Geld fürs Wohnen aufbringen. Viele Studis finden keine passende
Wohnung, einige benötigen mehrere Nebenjobs. Wir fordern, dass viel mehr
Sozialwohnungen und Studierendenwohnheime gebaut werden und die
„Zweckbindung“ künftig unbefristet gelten muss. Das heißt: Einmal Sozialwohnung, immer Sozialwohnung. Wohnungsunternehmen, die sich nicht am Grundrecht auf Wohnraum orientieren müssen enteignet werden!

8. Für eine effektive Transparenzklausel!

In der letzten Legislatur beschloss der studentische Konvent mit großer Mehrheit die Einführung einer Transparenzklausel. Die Unileitung schmetterte diesen Antrag jedoch unter Berufung auf die Geheimhaltung der Verträge ab. Wir fordern daher weiterhin die Offenlegung von Spenden und Drittmitteln an der Universität Augsburg und damit eine effektive Transparenzklausel! Die Studierenden geht es nämlich sehr wohl etwas an, für wen und für was hier eigentlich geforscht wird und welche Gelder aus der privaten Wirtschaft stammen. Schluss mit Geheimhaltung, her mit Transparenz!

9. Für ein gutes Klima – auch in den Seminaren!

Viele Seminare sind überfüllt, angenehmes Lernen ist so nicht möglich und eine gute
Diskussionsatmosphäre kann nicht geschaffen werden. Darunter leiden sowohl Studierende als auch Lehrende. Die Universität Augsburg muss sicherstellen, dass genügend Plätze in den Seminaren zur Verfügung stehen. Wir brauchen mehr Lehrpersonal mit unbefristeten Verträgen und ein neues Konzept gegen die Raumknappheit.

10. Für die Trennung von Universität und Religion!

Kein Gebetsraum an der Uni Augsburg!
Die Universität ist ein Ort, der Wissen schafft und Bildung vermittelt, ein Ort des fachlichen Disputs und kritischen Denkens. Religion ist Gegenstand der Forschung an der Universität, die Uni ist allerdings kein Ort religiöser Hingabe. Sie ist weltanschaulich offen, vor allem aber auch säkular. Religion ist Privatsache – Wer beten möchte geht in eine Moschee, eine Kirche oder ein anderes Gotteshaus.

Auf Initiative der Grünen Hochschulgruppe soll ein sogenannter „Raum der Stille“ eingerichtet werden – zum Entspannen, vor allem aber auch zum Beten. Mit der Eröffnung eines Gebetsraumes gehen zahlreiche Probleme einher. So gab es in der Vergangenheit an zahlreichen Universitäten Auseinandersetzungen wegen beabsichtigter Geschlechtertrennung durch Vertreter*innen muslimischen Glaubens.
In der vorgesehenen Raumordnung heißt es zwar, dass „Nutzer*innen sowie Nutzergruppen ungeachtet ihrer religiösen oder weltanschaulichen Überzeugung die Grundsätze der Gleichberechtigung der Geschlechter und der vollständigen und gleichberechtigten Teilhabe von Frauen und Männern sowie den Respekt gegenüber allen geschlechtlichen Identitäten zu achten [haben]“, aber auch dass „eine mobile Trennwand von der Universität zur Verfügung gestellt [wird]“.
Diesen Widerspruch scheinen die Initiator*innen des Gebetsraumes nicht zu erkennen oder bewusst zu ignorieren.  Die Raumordnung wurde im Konvent nicht als Teil des Antrags abgestimmt.
Zudem könnte der Raum von Fundamentalisten gekapert und für menschenfeindliche Praxen nutzbar gemacht werden. Das wird auch eine – in Konsequenz schwer durchzusetzende – Raumordnung nicht ausschließen können.

Weitere Freiräume, neben dem Zwischenraum gegenüber der Alten Cafete, werden dringend benötigt. Die allgemeine Raumknappheit und der Unwille der Universitätsleitung, selbstverwaltete Räumlichkeiten für Studierende zu schaffen, erschweren eine Verbesserung dieses Zustands. Ein „Raum der Stille“ kann also sinnvoll sein, wenn er der Erholung vom durch Leistungsdruck geprägten Studium dient und in dem religiöse Rituale untersagt sind.
Mehr dazu findet ihr hier:
https://sdsaugsburg.wordpress.com/2019/01/22/kein-gebetsraum-an-der-universitaet-augsburg/

11. Antifaschismus in die Offensive!

Wir kämpfen gegen jeden Antisemitismus. Das heißt für uns auch: Keine Räume für die antisemitische Kampagne  „Boycott, Divestment and Sanctions“ (BDS), die mit ihren Boykottaufrufen israelischer Waren und Einrichtungen in der Tradition des nationalsozialistischen „Kauft nicht bei Juden“ stehen. Zudem fordert BDS u.a. einen folgenreichen Wissenschaftsboykott, also die Einstellung jeglicher Kooperationen mit israelischen Wissenschaftsinstitutionen. Dies stellt einen Angriff auf die Wissenschaftsfreiheit dar und würde insbesondere auch zu einer massiven Beschränkung der Forschung und Lehre zur Shoah und zum Nationalsozialismus führen. Die weitergehenden Forderungen der BDS-Kampagne würden das faktische Ende Israels als jüdischer Staat und jüdischen Lebens im Nahen Osten überhaupt bedeuten.
Die Universitätsleitung muss sich deutlich positionieren und darf Gruppierungen, die Israel delegitimieren, keine Räume zur Verfügung stellen. Einen entsprechenden Antrag haben wir im Studentischen Konvent gestellt.

Damit jede*r ohne Angst verschieden sein und studieren kann, müssen rassistische Strukturen in Uni und Gesellschaft aufgedeckt und bekämpft werden. Um Benachteiligungen aufgrund von Diskriminierungen zu verhindern, fordern wir anonymisierte Prüfungen. Dabei können verschiedenste Diskriminierungsformen eine Rolle spielen: Menschen mit Migrationshintergrund sind besonders betroffen, aber auch das Geschlecht kann ausschlaggebend sein.

Der Studentische Konvent stellte sich 2018 auf unseren Antrag hin gegen den AfD Bundesparteitag in direkter Nähe zur Universität Augsburg. Ob „Identitäre“ oder „Graue Wölfe“: Nicht nur auf dem Campus dürfen reaktionäre Ideologen nicht geduldet werden. Deshalb:
Weg mit der AfD und anderen Zumutungen!

Frauenfeindlichkeit überall entgegentreten – auch an der Uni!
Im vergangenen Jahr fand in der juristischen Fakultät ein Vortrag  über „Das Sexualstrafrecht im Zeichen der MeToo-Debatte“ mit dem Münchner Strafrechtsanwalt Dr. Stevens statt.
Er machte sich lustig über das Nachtatverhalten der Opfer, in einem Fall weil sie nach der Vergewaltigung noch eine „Zigarette danach“ mit dem Täter rauchte. Er zählte auf, was Frauen einer Studie nach als sexuelle Belästigung empfinden, und er Saal voll mit Studierenden und Lehrenden lachte bei den Beispielen laut auf. Abschließend gab er den Studierenden den Tipp, dass in Augsburg die Gerichte deutlich härter urteilen würden, also wenn sie sich „mal so richtig austoben“ wollen, sollten sie das in München tun.
Der SDS Augsburg fordert die Uni auf, keine Referierenden mehr einzuladen, die mit sensiblen Themen nicht differenziert umgehen. Wir stellen uns entschieden gegen Victimblaming und Frauenfeindlichkeit. Wir kämpfen an der Seite der Opfer von sexualisierter Gewalt und für eine Uni, die ein sicherer Ort für alle ist!



Die Hochschule ist unser politischer Aktionsradius, jedoch möchten wir
auch zu gesamtgesellschaftlichen Herausforderungen klar und vernehmbar
Stellung beziehen: Die Probleme unserer Welt liegen meist dort, wo gerade
kein Seminar ist. Wir machen uns stark für ein allgemeinpolitisches Mandat
des Studentischen Konvents.

Lasst uns gemeinsam die Uni verändern – deine Stimme für den SDS!

#KreuzbeimSDS
#roterCampus

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